Böhse Onkelz

 



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Hier sind die Onkelz (1995, Virgin / Onkelz Productions, LP/Picture-LP/CD/MC)

1. Hier sind die Onkelz
2. Finde die Wahrheit
3. Danke für Nichts
4. Ich
5. Nichts ist für immer da
6. Wer nichts wagt, kann nichts verlieren
7. Ich mache, was ich will
8. Du kannst alles haben
9. Viel zu jung
10. Das Problem bist Du
11. Laßt es uns tun
12. H
---
1. Hier sind die Onkelz

Hier sind neue fromme Lieder von den Engeln in zivil
Nichts ist uns heilig, kein Seitenhieb zuviel
Hier sind Reime aus dem Leben, Lieder wie Orkane
Rhythmen, die das Land bewegen, mehr als nur Schikane

Refrain:
Fahr mit uns in den Himmel, wir ebnen Dir den Weg
wir öffnen Dir die Augen, wir zeigen Dir, wie's geht
Hier sind die Onkelz
Schnall Dich an!
Warum willst Du laufen, wenn Du fliegen kannst?

Hier sind neue Schweinereien, von dem Feindbild Nummer eins
Ihr solltet uns belohnen, sonst hättet ihr keins
Ja, wir bringen dieses Land dem Tod ein Stück näher
Wir sind geistige Verführer, Kopfverdreher

Was lange währt, wird endlich gut, denn nie warn wir besser
Ihr hört uns nicht aus Zufall, wir sind schärfer als Dein Messer
Flüssiger Wahnsinn, ein Schluck Poesie
eine Überdosis Onkelz vergißt Du nie
eine Überdosis Onkelz und Du mußt in Therapie

Auf uns warten die Götter ! Auf uns warten die Götter!
Auf uns warten die Götter ! Auf uns warten die Götter!
-
2. Finde die Wahrheit

Ich rieche Angst, ich rieche Korruption
erlahmten Glauben, Resignation
Ich rieche eine kranke, eine kranke müde Welt
Ich rieche Gier, die Gier nach Geld - Drum

Refrain:
Finde die Wahrheit, hab keine Angst
Finde die Wahrheit, solange Du noch kannst
Denn die Wege sind lang, und selbst der Tod ist nicht ihr Ende
Wach endlich auf, reich mir die Hände
Werde Legende

Ich laufe durch die Straßen und alles was ich seh', sind
verlorene Seelen, gesichtlose Armeen
korrupte Bullen, Schulen voller Idioten
Die falschen Götter, die falschen Drogen - Drum

Ich rieche Böses und Bitterkeit befällt mich
Das Leben stinkt, es stinkt gewaltig
Ich seh die Armut der Reichen, ihre Ketten aus Gold
den Schatten des Himmels, eine Landschaft in Moll
-
3. Danke für Nichts

Auf einmal mögt Ihr uns
Wie kann das sein?
Gepusht wird was verkauft,
schließt das uns ein?
Gestern noch verschwiegen,
heute auf'm Cover
Morgen Mamas Liebling,
Futter für die Gaffer

Du bist nicht wie ich, wie kannst Du über mich reden?
Du weißt nicht wie ich denke, ich leb' mein eigenes Leben
Du weißt nicht wo ich herkomm', selbst wenn Du es weißt
Du weißt nicht wie ich fühle, Du weißt nicht was es heißt,
ich zu sein

Bridge:
Komm und sag mir, was ich meine
Komm und sag mir, wer ich bin
Analysiere mich, finde nichts
und bleibe ein dummes Kind - Ha, ha!

Refrain:
Wir sind noch lange, noch lange keine Freunde
wir sind noch lange nicht so weit
Danke für nichts, Du hilfst mir dich zu hassen
Danke für Nichts, Danke für Nichts

Ändert Euren Namen, sagst du
Ändere Deinen
Nur weil Du alles besser weißt,
fang ich nicht an, zu schleimen
Nichts würde sich ändern, nicht in Tagen, nicht in Jahren
Die Wahrheit ist in Dir und nicht in Deinem Namen
-
4. Ich

Ich sitz nicht hier und schweige, ich lebe nicht in Angst
Ich kann auch anders, ich kann das, was Du nicht kannst
Ich trage mein Innerstes nach außen, damit auch Ihr es seht
um Euch zu zeigen, daß es anders, daß es anders geht

Refrain 1:
Ich laufe gegen Mauern, ich laß mich nicht kontrollieren
ich laß mich nicht benutzen und nicht von Blinden führen
Nichts bringt mich zum Schweigen, nicht, wenn ich dazu steh'
Ich will mindestens die Welt verändern bevor - bevor ich geh'

Ein Abend mit mir setzt Deinen Geist in Bewegung
wie ein vergifteter Pfeil, eine geistige Blähung
Ich bin ein Antidepressivum, Depressionsdiät
Wenn ich Euch nicht mehr helfen kann, ist es sowieso zu spät

Refrain 2:
Ich laufe gegen Mauern, ich laß mich nicht kontrollieren
ich laß mich nicht verarschen und nicht von Blinden führen
Nichts bringt mich zum Schweigen, nicht, wenn ich dazu steh'
Ich will mindestens die Welt verändern bevor - bevor ich geh'

Refrain 3:
Ich laufe gegen Mauern, ich laß mich nicht kontrollieren
ich laß mich nicht verarschen und nicht von Blinden führen
Ich kann eigenständig Denken, ich zweifle nicht
Ihr steht im Dunkel und ich, und ich im Licht
und ich im Licht, und ich im Licht!
-
5. Nichts ist für immer da

Ein leerer Bauch, ein wilder Blick
das Herz verhärtet, den Kopf im Strick
Ein Tag wie jeder andere - ohne Liebe ohne Glück
Ein Schritt nach vorne, zwei zurück
Doch-

Bridge:
Nichts hat Bestand,
nicht mal das Leid
Und selbst die größte Scheiße
geht mal vorbei

Refrain:
Laß es zu - daß die Zeit sich um Dich kümmert
Hör mir zu - Mach es nicht noch schlimmer
Denn es gibt 'nen neuen Morgen
'nen neuen Tag, ein neues Jahr
Der Schmerz hat Dich belogen
Nichts ist für immer da

Die Angst vor Schlimmerem treibt Dich voran
Denn alles was Du sahst - von Anfang an waren
Kleine Tragödien von Liebe und Tod
von Armut und Elend, Sehnsucht und Not
-
6. Wer nichts wagt, kann nichts verlieren

Du bist die Wolke, die den Mond verdunkelt - bedauernswert
toter als tot, lebendig doch leer
Mit 30 schon gestorben, mit 70 erst begraben
Ohne eignen Willen, ohne zu Fragen

Bridge 1:
Du bist zu schwach, zu schwach, um Nein zu sagen
doch stark genug, um Deine Frau zu schlagen

Refrain:
Du stehst für alles, was ich nicht will - Du kotzt mich an!
Du bist so Kacke, dass nicht mal ich's beschreiben kann
Du sitzt still auf Deinem Arsch, ganz egal, was auch passiert
Denn wer nichts wagt, kann nichts verlieren

Dein Feuer ist erloschen, Deine Flügel sind verkümmert
Von keinem Traum gestört stehst Du vor deinen Trümmern
So wartest Du aufs Ende und verschwendest Deine Zeit
Dann darfst Du dich nicht wundern, wenn niemand um Dich weint

Bridge 2:
Du bist nichts und Du wirst es immer bleiben
Von keinem Gott erhört ohne zu leiden
-
7. Ich mache, was ich will

Ich weiß, es ist nicht leicht
wenn man seine Ziele nicht erreicht
Ich kenne Dein Problem
ich kann Dich gut verstehn
Doch wenn Du wirklich lebst
wenn Du für Deine Wahrheit gehst
Wenn Du wirklich an Dich glaubst
bekommst Du alles, was Du brauchst

Refrain:
Ich mache was ich will, ich tue das, woran ich glaube
Ich lebe meine Wahrheit, ich traue meinen Augen
Ich gehöre meinen Worten, nur mir selbst
Ich mache, was ich will
Ich mache das, was mir gefällt

Ich rede nicht vom Geld
sondern von dem, was wirklich zählt
Nicht von kleinem Glück
halt mich für verrückt
Doch ich weiß, wovon ich rede
Ich weiß, warum ich lebe
Du bist das, was Du daraus machst
und Du bekommst das, was Du erschaffst

Und wenn ich tausendmal verliere
wenn ich dafür krepiere
Du machst mir keine Angst
ich tue nicht, was Du verlangst
Ich gehöre meinen Worten
meinen Worten, meinen Liedern
und falls Du meine Sprache sprichst, sehn wir uns wieder
-
8. Du kannst alles haben

Willst Du meine Einsamkeit
und das, was sie in mir weckt?
Willst Du meine Sorgen, den Haß, der in mir steckt?
Laß mich Dein Leben komplizieren - Sag einfach ja
Wir tauschen Ringe und ich bin immer für Dich da

Refrain (twice):
Du kannst alles haben
Du kannst alles haben
Du kannst alles haben
alles, was Du willst

Willst Du mein Blut, willst Du meine Tränen?
Willst Du Dich in mir verlieren, willst Du mein Leben?
Soll ich für Dich singen oder für Dich Töten gehn?
Soll ich für Dich lügen, willst Du im Regen steh'n?

Ich glaub', Du liebst mich nicht
Ich glaub', Du liebst mich nicht
Ich glaub', Du liebst mich nicht
Ich bin wohl nicht der Richtige für Dich

Willst Du meine Launen? Ertrag mich, wenn Du kannst
Willst Du meine Schatten, den Abszess aus Furcht und Angst?
Willst Du meine ganze, meine ganze Existenz?
Willst Du meine Lügen, alles das, was Du nicht kennst?
-
9. Viel zu jung

Du wirst gefickt von Deinem Vater,
von Deinem eigenen Fleisch und Blut
Du leidest Qualen, ihm tut es gut
Warum tut er das, warum tut er Dir das an?
Ist das seine Liebe? Macht es ihn zum Mann?
Du ekelst Dich vor ihm, vor seinem Speichel, seinen Küssen
Vor der Hand auf Deinem Schoß,
vor der Hand auf Deinen Brüsten
Wenn das seine Liebe ist, ist er ein Idiot
Wenn das das Leben ist, wünschst Du Dir den Tod

Refrain:
Du bist noch so jung, viel zu jung
Du bist noch so jung, viel zu jung, viel zu jung, viel zu jung
(Stephan Du bist noch so jung, viel zu jung
Du weißt nicht, was geschieht, Du weißt nicht, warum
(Stephan Du bist noch zu jung, viel zu jung
Du möchtest schreien, doch Du bleibst stumm
Du bleibst stumm!

Nachts weinst Du in Dein Kissen Du fürchtest Dich vor ihm
Davor, daß er in Dir kommt, vor seinem Spiel
Du wirst damit nicht fertig, Du kannst Dich nicht dagegen wehren
Du kannst es keinem sagen, Du schämst Dich viel zu sehr
-
10. Das Problem bist Du

Ich starre auf mein Bild und lese in mir selbst
aus dem Legendenbuch, aus meiner Welt
Ich wusste nicht, wohin ich ging, nicht mal, wo ich war
wie ein Schiff ohne Ruder, nichts war klar
Sie nannten mich Idiot, weil ich die Schule haßte
Sie sperrten mich ein, weil ich denen nicht paßte
Ich lebte von Verbrechen, von kleinen Hehlereien
Ich hatte schlechte Gesellschaft und zu viele Schlägereien

Refrain:
Ich will Dich nicht belehren, Du bist selber alt genug
doch es ist traurig, aber wahr, das Problem bist Du
Die Hölle ist in Dir und kein Ort, an den man geht
Unsere Hölle schaffen wir und nicht der, der vor uns steht

Zu viele Drogen, zu viele Schlägereien
Ich war nicht immer Sieger, aber viel zu oft dabei
Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn Knochen splittern
Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn die Hände zittern
Doch es ist nicht der Schmerz, der mir Sorgen macht

Es ist die Hölle, die Du Dir schaffst
Denn jeder kann zaubern, seine Ziele erreichen
Du mußt nur wollen, Du stellst die Weichen
-
11. Laßt es uns tun

Um unsere Köpfe schwirrt kein Heiligenschein
doch wir sind immer noch reiner, als ihr glaubt zu sein
Denn wir sind, wir sind Teil eines göttlichen Plans
Wir sind hart aber herzlich, phänomenal
wir sind menschliche Tiere, pure Energie

Refrain (twice):
Laßt es uns tun, laßt uns das Land verderben
Laßt uns die Kugeln spüren, laßt uns in Freiheit sterben

Wir sind kein krankes Organ, Ihr könnt uns nicht entfernen
Mythologien brauchen lange bis sie sterben
Tötet mich, doch was tötet Dämonen?
Nichts tötet die Onkelz, nichts kann uns entthronen
Denn Helden leben lange, doch Legenden sterben nie - He!
-
12. H

Mit jedem Tag wurden die Schatten länger
die Tage kürzer, die Kreise enger
Freunde gingen, die Einsamkeit kam
Ja, selbst die Engel verschwanden irgendwann
denn mein Leben lag in Scherben, hatte seinen Sinn verloren
Ich spürte nur gefrorene Leere, ich fühlte mich wie totgeboren
wie totgeboren (3 times)

Ich kostete den bitteren Geschmack der Sterblichkeit
Ich wollte es beenden, fast war es soweit
Ich vergiftete mich selbst, doch ich hab' es überlebt

Ich verbrannte meine Brücken, ich weiß nicht,ob ihr versteht
Ich wollt 'nen Fensterplatz im Himmel,
doch ich schaffte seinen Schatten
Ich tötete jedes Gefühl - alles, alles was ich hatte
alles, was ich hatte (3 times)

Jetzt, wo ich clean bin, wird mir alles klar
Jetzt, wo ich clean bin, weiß ich, wo ich war
Es riß mich fort in eine andere Zeit, in andre Welten
Ich floh vor mir, vor meinem Hirn und meinen Ängsten
Durch die Mauern des Bewußtseins, in das Reich des Vergessens

In nie endenden Rausch, vom Heroin besessen
vom "H" besessen
vom Heroin besessen
vom "H" besessen



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